Das richtige WordPress-Theme wählen

WordPress-Themes: individuelle Entwicklung oder gekauftes WordPress-Theme?

Fertige WordPress-Themes

Die Vorteile der fertigen WordPress-Themes und für wen sie geeignet sind

Auf den einschlägigen Marktplätzen finden sich tausende Themes für WordPress. Sie sehen gut aus, sind ohne Programmierkenntnisse schnell eingerichtet und mit nur einem Theme lassen sich oft viele schicke Layouts in WordPress realisieren. Häufig sind Farbwähler und Google-Fonts integriert, sodass ein Corporate Design zumindest im Ansatz auch umgesetzt werden kann. Ebenso können unterschiedliche Header-Designs angelegt sein, wo das Logo links, mittig oder rechts platziert ist oder die Breadcrumbs ein- und ausgeblendet werden können. Je nach Ausstattung des WordPress-Themes sind unzählige Optionen über ein grafisches Benutzerinterface wählbar. Sehr viele dieser Themes basieren auf sogenannten Pagebuildern. Das sind PlugIns, mit denen per Drag&Drop Layoutblöcke im Contentbereich der Webseite platziert und befüllt werden können.

Für Laien, die ohne Programmierkenntnisse ihre Webseiten in Eigenregie zusammenklicken wollen, eignen sich solche Themes – aus Sicht eines Entwicklers sehen diese Konstrukte aus wie ein Kartenhaus. Sofern man viel Zeit, Geduld und ein wenig Technikaffinität mitbringt, keinen Wert auf Einzigartigkeit und das Erzielen eines bestimmten Ergebnisses legt, sind durchaus ansehnliche ästhetische Ergebnisse möglich. Wer auf diesem Wege zur eigenen Webseite gelangen will, benötigt keine Webdesign-Agentur, sollte aber darauf achten, ob der Theme-Entwickler auf Support-Anfragen zeitnah antwortet und nach Möglichkeit ein Theme wählen, dass nicht mehr ganz neu, aber auch nicht zu alt ist. Ist es nicht mehr ganz neu, sind Kinderkrankheiten in der Regel bereits behoben und an der Update-Historie lässt sich erkennen, ob der Entwickler das WordPress-Theme pflegt.

Die Nachteile fertiger WordPress-Themes und wann sie einem auf die Füsse fallen

Genau diese Stärke gehört aber auch zu den großen Schwächen: ein Webdesign-Kunde will eine Webseite in seinem Unternehmenslayout, nicht unzählige Optionen, Layouts und wechselnde Farben. Diese vielen Optionen gehen meist mit deutlichen Performance-Einbußen einher. Hinzu kommt, dass der Quellcode des Themes entsprechend umfangreich ist. Weil WordPress aber ein System ist, das kontinuierlich geupdated werden muss (ebenso wie die genutzten PlugIns), muss auch das Theme immer wieder geupdated werden. Je umfangreicher und komplexer ein Theme ist, desto größer ist der Aufwand, es auf dem neuesten Stand zu halten. Für den Entwickler, der das selbe Theme hundertfach verkauft hat und es weiterhin anbietet, ist das lohnend. Verkauft ein Theme sich aber nicht mehr gut oder ist der Aufwand nach einem Update zu groß, wird der Support in der Regel einfach eingestellt. Für viele kleine Webseitenbetreiber ist das eine Katastrophe – denn die Instandsetzung eines solchen gigantischen Themes durch einen anderen Entwickler kann hunderte Stunden verschlingen und damit ein Vielfaches dessen Kosten, was eine Neuentwicklung kosten würde. (Sie kann mitunter auch recht einfach und schnell gehen. Nur weiß das niemand, ohne sich zunächst in den Quellcode einzuarbeiten, sodass das Kostenrisiko nicht kalkulierbar ist).

Mit WordPress 5.x wurde Ende 2018 der neue Gutenbergeditor eingeführt, was den größten Umbruch in der Geschichte von WordPress darstellte. Mit dieser Umstellung wurden massenweise Themes, insbesondere solche, die auf Pagebuildern basierten, völlig unbrauchbar. Für viele dieser unbrauchbaren Themes gab es keine Updates mehr, um sie mit der neuen Version kompatibel zu machen. In der Konsequenz mussten sie entweder ausgetauscht werden oder (schlimmer noch!) die Seitenbetreiber haben seither einfach WordPress nicht mehr upgedated, wodurch bekannte Sicherheitslücken auf diesen Seiten weiterhin offen sind. Mit dem Austausch des Themes ging immer auch das Design verloren, in vielen Fällen musste aber auch der Inhalt per Hand kopiert werden, weil Inhalte, die mit Pagebuildern eingepflegt wurden, nicht einfach übernehmbar sind. Für das sorgfältig aufgebaute Corporate Design einer Marke ist ein ungeplantes und hektisches Redesign fatal. Verloren ist aber immer jede Menge Zeit.

Individuelles WordPress-Theme

Schlanke, schnelle WordPress-Themes für die Ewigkeit

Ein individuelles WordPress-Theme nutzt die Funktionen, also die Logiken von WordPress. Wie diese zu einer Webseite zusammengestellt werden (beispielsweise ob und wo eine Sidebar genutzt wird oder Widget-Areas angelegt werden) wird individuell für den Auftraggeber programmiert. Ebenso wird das Erscheinungsbild aller Elemente direkt für das CD des Kunden entwickelt. Auf diesem Wege entwickelte Themes sind sehr viel schneller, vor allen Dingen aber auch sehr viel robuster. Denn es enthält keine Zeile Code zu viel, keine ungenutzte Funktion, die bei einem Update Fehler verursachen könnte. Wartbar ist ein solches Theme von jedem Anbieter, der über versierte Entwickler verfügt (wie das Fertigtheme theoretisch auch, nur mit unverhältnismäßig größerem Aufwand), womit die Bindung an einen Anbieter sogar geringer ist als bei umfangreichen Themes, in denen nur noch der Entwickler selbst durchblickt. Ebenso lassen sie sich einfacher weiterentwickeln oder das Design überarbeiten, sodass sie mit den Anforderungen wachsen können.

Die Kosten der individuellen WordPress-Theme-Entwicklung

Der Nachteil solcher Eigenentwicklungen liegt auf der Hand: ein individuelles WordPress-Theme ist zunächst teuer. Nicht wenige Arbeitsstunden müssen auf Entwicklungsschritte und Designarbeiten verwendet werden, die ohnehin immer ein zumindest ähnliches Ergebnis anstreben (müssen). Das beste Beispiel dafür sind das responsive Menü und der sogenannte Hamburger-Button: es gibt sie zwar in allen Farben, mit unterschiedlichen Animationen und in etwas unterschiedlichen Größen – aber ein Menü-Button muss immer als solcher erkennbar sein und er sollte oben rechts liegen, wo der Nutzer ihn erwartet und gut erreichen kann. Was nun mehr Kosten verursacht – ein vorhandenes Menü umstylen und mit Animationen versehen oder das Menü gleich selbst schreiben – hängt vom Umfang aller Designänderungen ab. Soll ein wirklich einzigartiges Design entstehen, das maßgeschneidert für die Markenidentität und die Inhalte eines Unternehmens ist, und kein Stein auf dem anderen bleiben, lohnt sich die Investition in eine individuell entwickeltes WordPress-Theme.

Die goldene Mitte: der Kompromiss

Für große und mittelständische Unternehmen und solche Kunden, deren Kerngeschäft online stattfindet, deren online Auftritt also eine besondere Wichtigkeit hat, empfehlen wir die individuelle Entwicklung. Und vorweg: mit gigantischen Fertig-Themes arbeiten wir nicht, da wir für solche Themes keine Garantien geben können und im Fall der Fälle den Support ablehnen müssten. Diese sind für Laien konzipiert, die wirklich ausschließlich aus den vorhandenen Optionen wählen und nichts selbst programmieren können oder wollen. Dennoch ist uns natürlich bewusst, dass die vollständige Eigenentwicklung eines WordPress-Themes nicht für jeden Kunden leistbar und angemessen ist – und die Kosten einer Webseite in Relation zur Umsatzerwartung stehen müssen!

Webseiten für Selbstständige oder kleine Unternehmen, bei denen die online Präsenz nur ein Baustein von vielen ist, Markenkontinuität und Einzigartigkeit keine so große Rolle spielen, wie für größere Unternehmen, erstellen wir deshalb häufig mit einer Theme-Basis. Unsere Basis enthält genau jene oben erwähnten Arbeitsschritte, die immer sehr ähnlich sind. Damit sparen wir die Arbeitsstunden, deren Nutzen für solche Auftraggeber nur eine untergeordnete Rolle spielt und verwenden das Budget dort, wo es einen Nutzen bringt. Denn eine außergewöhnliche Menüanimation wird keinen Nutzer zum Kunden machen. Unser Augenmerk liegt deshalb auf der Präsentation der Inhalte. So schaffen wir es, zu einem erschwinglichen Preis hochwertiges Webdesign mit Wiedererkennungswert umzusetzen und den eigentlichen Inhalt in Szene zu setzen. Ohne Abstriche bei der Performance, ohne dass jedes Update wie ein Damoklesschwert über der Webseite hängt. Dieser Kompromiss ist sowohl mit unserer Entwickler-Ethik vereinbar, als auch mit der unternehmerischen Sicht von uns und dem Kunden.

WordPress-Theme